feststellungen

hermann edel architekt
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feststellungen

die mathematische denkweise in der kunst

betrachtung zu dem von max bill 1949 eingeführten ausdruck.

die konkrete kunst ist die einzige kunstrichtung in der die geistige anstrengung unmittelbar und ohne brührung mit anderen erlebnisbereichen und ohne jeden duktus in die realität des kunstwerks übergeht. ähnlich wie in der mathematik verbleibt die gestaltungsidee ausschließlich in einem abstrakten zustand. dazu richtet der künstler sein denken auf die geometrische struktur des kunstwerks um die gestaltungsidee zu konkretisieren. diesen vorgang hat max bill 1949 als "mathematische denkweise" bezeichnet und in späteren feststellungen als logische denkweise wieder aufgegriffen.
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zur generationenfolge

der bauhausschüler max bill und das mitglied der DE Stijl-gruppe friedrich vordemberge-gildewart haben beide an der hochschule für gestaltung in ulm gelehrt. walter gropius, der letzte rektor des bauhauses, hat der von max bill als architekt gebauten hoschule für gestaltung die nachfolge des bauhauses nach dem weltkrieg angeboten.

max bill war der bedeutendste promoter der konkreten malerei seiner zeit. er hat mit seinen wichtigen theoretischen beiträgen und seinem künstlerischen werk die konkrete kunst auf ihr höchstes künstlerisches niveau seit ihrem ca. einhunderjährigen bestehen geführt. insbesondere seine innovative forderung nach der ausschließlichen verwendung bildimmanenter gestaltungsmittel in der malerei ist eine epochemachende theorie geworden.

friedrich vordemberge-gildewart hat die konstruktive malerei mit großer konsequenz als maler der klarheit in der geometrie und der allergrößten sensibilität im umgang mit den farben bereichert. er kann als der bedeutendste maler der konstruktiven malerei gelten.

in der nachfolge der beiden großen vorbilder haben sich an der hochschule für gestaltung einige studenten ebenfalls der kokreten und der konstruktiven malerei zugewandt. auch weil die dort gelehrte allgemeine gestaltungstheorie unbedingt auf die gestaltung in der kunst anwendbar war.

diese ehemaligen studenten der hfg, die heute als künstler der konkreten und konstruktiven kunst arbeiten, stehen in der tradition des bauhauses.
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postmoderne tendenzen

die gährungen der postmodernen bestrebungen und der dekonstruktivismus haben die grundlegenden orientierungen von vernunft und rationalität diskreditiert und zu beschädigen versucht. diese tendenzen sind bis in die wissenschaften und teilweise in die universitäten hinein partiell erfolgreich geworden. künstler und denker der ehemaligen hochschule für gestaltung, max bill, max bense und tomas maldonado haben sich öffentlich dagegen eingesetzt. die aus der ratio lebende konstruktive und konkrete kunst wurde dabei vorübergehend beeinträchtigt.
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zum 60. geburtstag von friedrich vordemberge-gildewart

ein buchbeitrag von c.m.kiesel, direktor der pfälzischen gewerbeanstalt
und der pfalzgalerie in kaiserslautern

"es geht seit einiger zeit wie eine stille übereinkunft die formel um, dass die "konstruktivistisch-geometrische kunst" längst klassisch geworden sei und dass die eigentliche aussage unserer zeit nur eine von allen masstäben "befreite", höchst persönliche sprache sein könne.....es handelt sich dabei um das absolute gegeteil dessen, was in der kunst bisher ordnung, mass und form bedeutete - es handelt sich um nicht weniger als um die umkehrung aller dieser werte.
und gerade deshalb ehren wir die wenigen, die durch diese verwirrung hindurchschreiten, ohne von ihr auch nur brührt zu werden. wir ehren,.die keiner individualistischen koketterie nachgeben und dafür das allgemeingültige, das beweisbar geordnete suchen. zu ihnen gehört als einer der klarsten, als einer derjenigen, die den begriff des kompromisses überhaupt nicht kennen, friedrich vordemberge-gildewart, der heute 60-jährige.
c.m.kiesel 1959